Orna Birnbach erzählt
Vortrag für die Klassen 9/10 im Rathaus
Am 12.10.2007 berichtete Orna Birnbach, Überlebende des Holocaust, über die schrecklichen Ereignisse ihrer Jugend. Als Jugendliche in Polen erlebte sie den Antisemitismus von Anfang an, lange bevor der Holocaust von den Nazis beschlossen wurde. Die Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen der Realschule Lohne lernten jenseits von Zahlen und Statistiken zu verstehen, welches Ausmaß der Holocaust hatte. "Stellt euch vor, ihr seid der/die einzige Überlebende aus eurer Klasse, so wie ich, dann versteht ihr besser, was der Holocaust war."
Die Betroffenheit war den Schülerinnen und Schülern anzusehen. Aufmerksam lauschte man dem schier Unbegreiflichen. Die Thematik des Geschichtsunterrichts des 9. und 10. Schuljahrgangs wurde vergegenwärtigigt und hinterließ bei allen ein Gefühl der Fassungslosigkeit.
Orna musste als junges Mädchen mit ansehen, wie ihr geliebter Großvater vor ihren Augen erschossen wurde. Für sie war das der Moment, an dem sie "zu hassen begann". Ihr Vater kam in Mauthausen ums Leben, sie selbst gelangte mit ihrer Mutter in die Hölle vonAuschwitz. Beide überlebten, getrennt voneinander, nur durch die Verkettung glücklicher Umstände und - im allerletzten Moment. Todkrank und auf ein Körpergewicht von 32 Kilogramm abegemagert wurde Orna in letzter Minute von den Briten aus Bergen-Belsen befreit.
Im Anschluss an ihren Vortrag gab es Gelegenheit, Fragen zu stellen. Die Schülerinnen und Schüler machten hiervon reichlich Gebrauch. Viele hatten Fragen im Geschichtsunterricht vorbereitet, aber auch spontane Fragen zeigten, wie sehr der Vortrag zum Nachdenken angeregt hatte. "Ich erzähle und beantworte Fragen, weil ihr diejenigen seid, die nachfolgenden Generationen berichten müsst, damit so etwas nie wieder passieren kann", beschrieb Birnbach ihre Mission abschließend.
Am Ende des Vortrags bedankte sich Schulleiter Werner Fangmann bei allen Beteiligten für den Dialog.






