Impressum Kontakt Sponsoren Förderverein

Musischer Abend 2009

Einschulung der Klassen 5

Projekt Fokus Mensch im Schuljahr 2008/09

Foto: Honkomp

OV vom 29.01.09

Lohne (ru) - Nils Kuckert kommt bei den Kindern im grünen Zimmer des Lohner Kindergartens St. Stefan gut an. "Ich finde gut, dass er lacht", so das Urteil der sechsjährigen Veronika nach längerem Überlegen. Auch Julian findet den 15-Jahrigen in Ordnung. Schließlich hat Nils mit ihm schon eine Partie Uno gespielt. Julian hat übrigens gewonnen. Und Lara (5) schloss den jungen Lohner bereits so in ihr Herz, dass er sich ins Freundschaftsbuch eintragen durfte.
"Fokus Mensch" heißt das Projekt der Realschule Lohne an der Meyerhofstraße, das Nils in dieser Woche Bekanntschaft mit Veronika, Julian, Lara und ihren Freunde im grünen Zimmer machen ließ. In Kooperation mit sozialen Einrichtungen im gesamten Landkreis richten die 43 Zehntklässler der Schule in diesem Projekt "ihren Blick auf schwache, kranke, behinderte Menschen", erklärt Nils' Klassenlehrerin Gitta Bussmann das Ziel. Die Erfahrungen, die die Jugendlichen während der Fokus-Mensch-Woche machen, reflektieren sie - nach einem gemeinsamen Mittagessen im Elisabeth-Haus - jeweils nachmittags mit Fachreferenten der Kirchengemeinden und der Caritas. Es ist die siebte Auflage dieses im Landkreis Vechta einmaligen Schulangebotes, mit dem die Schüler die Arbeit im Krankenhaus, in der Sozialstation, im Hospiz, im Altenheim - oder, wie Nils, mit behinderten Kindern - kennenlernen. "Dieses Projekt wuchs mit den Jahren", freut sich Gitta Bussmann über das Netz der vielen Kooperationspartner, das die Realschule mittlerweile knüpfen konnte - und den jungen Leuten Erfahrungen auch mit den eigenen Grenzen ermögliche. "Viele freuen sich darauf, viele haben aber zunächst durchaus auch Angst vor den Anforderungen." Allerdings nicht Nils. Er entschied sich für die Integrationsgruppe des Kindergartens St. Stefan, "weil ich gern mit Kindern zu tun habe". 14
behinderte Kinder besuchen eine der drei Integrationsgruppen. "Wir schließen kein Kind aus, auch nicht, wenn es schwerstbehindert ist", betont Kindergartenleiterin Monika Ellert und Heilpädagogin Martina Nuxoll ergänzt: "Bei uns gibt es zwar auch Therapiemöglichkeiten, aber das Wichtigste ist für uns das alltägliche Zusammenleben der Kinder im Alltag."
Wie gut das in den Integrationsgruppen funktioniert, hat Nils bereits beobachten können. "Im grünen Zimmer sind mehrere sprachauffällige Kinder, manchmal kann man sie nur sehr schwer verstehen. Aber die Kinder untereinander haben überhaupt keine Verständigungsprobleme."