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05.04.05 OV (Werder gegen Stuttgart)

27.01.05 NWZ (Fokus Mensch)

28.01.05 OV (Fokus Mensch)

Lenas Woche bei den Schwestern im St.-Anna-Stift

50 Zehntklässler sammeln über Schulprojekt neue Lebens- und Glaubenserfahrungen / 14 Einrichtungen beteiligt

Von Anke Hibbeler
Kroge -

"Da ist sie ja", freut sich Schwester Donatis. "Ja, da bin ich", sagt Lena, lächelt, nimmt sich einen Stuhl und setzt sich neben die Ordensschwester. Die hat sich in der Gemeinschaftsküche im ersten Stock des Kroger St.-Anna-Stifts gerade von einer Mitschwester eine Brühe servieren lassen. Denn selbst versorgen kann die 95-jährige Franziskanerin sich nicht mehr. Umso mehr genießt sie jetzt das ordensinterne Verwöhnprogramm und die Anwesenheit ihrer neuen Gesprächspartnerin: Lena Nordlohne.
Eine Woche ist 16-jährige Zehntklässlerin der Realschule an der Meyerhofstraße im St. Anna Stift zu Gast. "Fokus Mensch" heißt das vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend, der Caritas und den Kirchen unterstützte Projekt, in das Lenas Besuch eingebettet ist und über das Jugendliche neue Lebens- und Glaubenserfahrungen sammeln können. Essen austeilen, kleine Zwischenmahlzeiten zubereiten, beim Anziehen helfen oder eine Schwester beim Spaziergang begleiten: Das ist Lenas Programm an den Fokus-Mensch-Vormittagen. Mittags trifft sich die Schülerin dann mit den übrigen 49 Teilnehmern im St.-Elisabeth- Haus zur Nachbesprechung mit religiös-pädagogischem Begleitprogramm.
Auf 14 soziale Institutionen sind die Zehntklässler verteilt. Warum sich das St. Anna Stift an dem Projekt beteiligt? "Ich finde es gut, wenn junge Menschen unser Leben kennen lernen", sagt die Oberin Schwester Engelhardi. "Wenn sie sehen, dass wir zwar anders leben und unsere Traditionen hoch halten, aber deshalb noch lange keine Exoten sind."
62 Schwestern, untergebracht in Einzelzimmern, wohnen in dem Kroger Ordensaltenheim. Fast alle sind 80 Jahre und älter. "Die meisten waren früher Krankenschwestern", erklärt Schwester Engelhardi. Da es für die Ordensfrauen weder Rentenalter noch Altersteilzeit gibt, arbeiten sie auch im Stift so lange wie möglich mit. Weil das allerdings nicht ausreichen würde, um die Betreuung zu organisieren, hat die Einrichtung zusätzlich Angestellte. Trotzdem gleicht der Lebensrhythmus dem eines Klosters. Morgens wird die Laudes gebetet, abends die Vesper. Gemeinschaftsmesse und Abendgebet werden via Kopfhörer für die Schwestern übertragen, für die der Gang in die Kirche zu anstrengend wäre. Der große Zusammenhalt ist, was das Leben im St.-Anna-Stift ausmacht. Das hat Lena sofort gespürt. "Hier sind alle sehr hilfsbereit und freundlich", findet die 16-Jährige.